Donnerstag, März 31, 2005

Mediale Einöde

Ein mir bekannter Studienkollege schreibt im Heimforum prägnant:
Schwierig zu entscheiden, ob Krone oder Standard treffsicherer, kompromissloser und vor allem unreflektierender ihr kritikloses, voreingenommenes Publikum befriedigen. Nachdenken ist beim Lesen beider Gazetten jedenfalls nicht gefragt, ebensowenig wie beim ÖVP-Döbling-Hausblatt "Die Presse" (Schmankerl am Rande: In der heutigen Ausgabe ein Interview mit einem Schüler, der nicht nur bereits Haschisch konsumiert hat, nein, selbst Erfahrung mit Marihuana hat er schon gemacht).
Woran liegt es nur, dass es in Österreich bestenfalls mediale Placebos, aber keine wirklichen Zeitungen, gibt?

Mittwoch, März 30, 2005

To say 'I love you' one must know first how to say the 'I'.

Ayn Rand:

"Love is a response to values. It is with a person's sense of life that one falls in love - with that essential sum, that fundamental stand or way of facing existence, which is the essence of a personality. One falls in love with the embodiment of the values that formed a person's character, which are reflected in his widest goals or smallest gestures, which create the style of his soul - the individual style of a unique, unrepeatable, irreplaceable consciousness. It is one's own sense of life that acts as the selector, and responds to what it recognizes as one's own basic values in the person of another. It is not a matter of professed convictions (though these are not irrelevant); it is a matter of much more profound, conscious and subconscious harmony" (Romantic Manifesto, S. 32).

"The actual emotion would be experienced precisely as an extreme awareness of the other person, which is the essence of falling in love. The conclusion conveys just that: 'and the sight was its own meaning and purpose, with no further end to reach.' This is the extreme state of being in love, where the issue is not sex, or any purpose, but (to put it colloquially) only the awareness that the loved one exists - which then fills the whole world" (The Art of Fiction, S. 97).

Bürokratie ist geil oder Moderne Juristenkontroversen

Um als bei meinem Vater (Landes-)Krankenmitversicherter auch in Wien einen Arzt auf Versicherungskosten aufsuchen zu können, wurde ich zur Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien überstellt. Da ich Ärzte in den meisten Fällen lediglich aufsuche, um ein Rezept zu bekommen, wurde nach geänderter Versicherungslage die Frage der Handhabung eines Arztbesuches in meinem Geburtsort Freistadt aktuell (zumal jene mir vertrauten Ärzte meine Daten gespeichert haben und die Rezeptausstellung einer Formalsache gleicht).
Bislang bei der fortschrittlichen Krankenversicherung meines Vaters regulär mitversichert waren mir Krankenscheine fremd. Einen solchen verlangte die Vorzimmerdame eines Freistädter Arztes jedoch und fragte mich angesichts der Bezeichnung meiner neuen Versicherungsanstalt, ob ich bei der Gemeinde Wien arbeite. So weit so gut. Mein Augenarzt hingegen verzichtete auf einen Krankenschein und sprach von einer Abrechnung mit der Anstalt meines Vaters, da ich lediglich überstellt, aber noch immer mitversichert sei. Ein befragter Angestellter der Gebietskrankenkasse sieht in Fällen der Überstellung gar einen speziellen Urlaubskrankenschein als Notwendigkeit bei Arztbesuchen außerhalb von Wien an, selbst wenn es sich um Ärzte in (Rest-)Österreich handelt. Moderne Juristenkontroversen besitzen irgendwie nicht das Flair der altrömischen Vorbilder.

Dienstag, März 29, 2005

Heute

Rückkehr nach Wien von der Provinz. Die alten Zeitungen dem Postfach entnommen. Das Heimzimmer im falschen Stock gesucht. Bin ich tatsächlich nur zehn Tage fort gewesen?

Sonntag, März 27, 2005

Zeitumstellung

Wie bin ich froh, dass ich weder mond-, wetter- noch zeitfühlig bin und mir das Einstimmen in den allgemeinen Jammerchor erspart bleibt.

Samstag, März 26, 2005

Gerechtigkeit gegenüber jedermann

Nun hat es mich doch wieder einmal erwischt. Seit gestern darf ich mich Abgeordneter zum Parlament der Demokratischen Union Ratelon nennen.

Freitag, März 25, 2005

Der Tag des Haares

Das Thema Haare dominiert heute nicht nur die Weblogs angehender Juristen. Gerade eben meinte meine Tante, ich solle mir die Haare wieder schwarz färben, da mir das so gut stehe. *g*

Beim Friseur

Das Elend hat vor einigen Jahren begonnen. Früher wurde man in der Regel vor die Wahl gestellt: Waschen oder nur schneiden. Heutzutage kann man lediglich wählen zwischen schneiden und die Haare ohne Shampoo waschen oder schneiden und mit Shampoo waschen, ausgedrückt im euphemistischen "Derf ma die Hoor eh a bisserl noss mochn?". In einer kurzen Übergangszeit hat man sich damit begnügt, das Haar leicht mit einem Wasserzerstäuber zu besprühen. Aber das war anscheinend nicht lustig genug.
Eine ähnliche Fehlentwicklung ist bei der Schneidetechnik festzustellen. Der Siegeszug des Rasierers hat dazu geführt, dass Neuangelernte mit der Schere überhaupt nicht mehr umgehen können. Und was man für Blicke erntet, wenn man auf Scherenschnitt besteht. Als ob man die Entwickung der letzten Jahre versäumt hätte. Wie gerne hätte ich sie versäumt. ;)

Mittwoch, März 23, 2005

Beim Augenarzt

Eigentlich würde es Sinn machen, alle Jahre den Augenarzt zu wechseln. Als Brillen- respektive Kontaktlinsenträger suche ich selbigen zwei bis drei Mal im Jahr auf. Mitunter kenne ich sämtliche Buchstaben- und Zahlenkombinationen auswendig, die bei der Überprüfung der Sehstärke eingesetzt werden. L-C-N-K, 9-6-7-6... Und wie soll man schon strikt unterscheiden können, ob man die gefragte Zeile aufgrund der eigenen Sehfähigkeit oder aus dem Gedächtnis erkennen kann?

Montag, März 21, 2005

Ein globaler Leviathan

Gerne würde ich glauben, dass es sich dabei um eine absurde Verschwörungstheorie handelt. Der Bericht ist jedoch echt. Die Vereinten Nationen unterminieren sukzessive Individualrechte und verfolgen das Ziel einer totalitären Weltregierung.

"Die UNO berief eine Weltkonferenz für Globale Regierung 1998 ein zum Zweck, der Welt die nötigen Verträge und Vereinbarungen zur Unterzeichnung und Realisierung in Jahr 2000 vorzulegen. Dieser 410seitige Bericht ist betitelt mit 'Our Global Neighborhood'(Unsere Globale Nachbarschaft).
(...)
Die Empfehlung der Kommission ruht auf der Annahme, daß die Welt jetzt reif ist, eine 'neue globale staatsbürgerliche Ethik' zu akzeptieren, welche auf einer Reihe von inneren Werten basiert mit kulturellen, politischen, religiösen oder philosophischen Hintergründen. Diese Werte sollen die Menschen einigen. Diese neuen Werte, beziehen sich auch auf die neue 'Erdethik', und schließt insbesondere nationale Souveränität und persönliche Eigentumsrechte aus."
(http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite493.php)

Donnerstag, März 17, 2005

Das Blaue vom Frühlingshimmel

  • Wie oft habt ihr Geld für defekte Waschmaschinen ausgegeben?
  • Wie lange habt ihr keinen sauberen Backofen gehabt?
  • Bald haben wir keine Telefonverbindung mehr. Was kommt noch auf uns zu?
  • Braucht ihr einen Heimvertreter, der für euch 24 Stunden erreichbar ist? ([die hier angegebene Handynummer wurde zensuriert])

(Auszug aus dem Werbeflyer eines Kandidaten)

Nunja. Heimvertreter-Wahlen stehen in punkto Sinnhaftigkeit den ÖH-Wahlen in keinster Weise nach.

Der oben genannte Kandidat hat übrigens nicht gewonnen. Anscheinend gab es jemanden, der noch mehr Blau vom Himmel versprochen hat.

Montag, März 14, 2005

Super Mario ein Kommunist?

Selten so gelacht, wirklich selten.

Sonntag, März 13, 2005

Unlängst beim Billa

Unweit von meinem Domizil im Dr.-Paul-Schärf-Heim entfernt befindet sich ein Billa, den ich zwecks Nahrungsbeschaffung regelmäßig frequentiere - so auch an besagtem Tag, an dem ich kurz vor Ladenschluss einen Liter Milch zu erwerben gedenke.

Während ich bei den Kühlregalen feststelle, dass die von mir präferierte Milch-"Sorte" bereits ausverkauft ist und ich mutwillig zu einem "Ja-natürlich"-Produkt greife, bei dem 50% des Preises das "Gütesiegel" ausmacht, nähert sich mir eine ältere Dame stirnrunzelnd und meint, mir ein anderes Milchpackerl in die Hand drückend: "Nehmen'S doch des, des lauft net glei ob und hoit vü länger." Nach einem kritischen Blick auf das betreffende Produkt offenbart sich, dass es sich dabei um eine Haltbar-Milch handelt, deren Nachteil bekanntlich die Minderaustattung mit Vitaminen ist.

Ich stelle das Packerl zurück und lehne dankend ab, womit sich die fürsorgliche Dame allerdings nicht abspeisen lässt. Wiederholt weist sie mich auf den Vorzug der längeren Haltbarkeit hin und bemüht sich extra, das im hintersten Eck platzierte Packerl herauszufischen, um mir den Vorzug der längstmöglichen Haltbarkeit zukommen zu lassen. Mein Einwand, dass alle betreffenden Packerln das gleiche Ablaufdatum aufweisen, wird ignoriert.

Angesichts der für mich in Kauf genommenen Anstrengung und der Hartnäckigkeit meiner Fürsorgerin nehme ich das Packerl an mich, bedanke mich artig - und warte, bis die Dame den Laden verlassen hat, um stattdessen die Biomilch zu kaufen.

Freitag, März 11, 2005

Dümmer als die Geschichte erlaubt

"Tatsache ist auch, dass Umverteilung den gesellschaftlichen Frieden erhöht".

Wie geschichtslos kann man leben?

Donnerstag, März 10, 2005

WeltraunzerInnentag

Eine effektive Anleitung, um sich unbeliebt zu machen, findet man als exemplarisches Beispiel hier.

Mittwoch, März 09, 2005

Liese in Aktion

Innenministerin Liese Prokop fordert in einem Falter-Interview ein Kopftuch-Verbot an österreichischen Schulen. Ihre fundierte Begründung lautet: "Ich habe ein Problem mit Lehrern, die in einer öffentlichen Schule Kopftuch tragen. Ich halte das für anstößig, weil es nicht mit den Werten unserer Gesellschaft zusammenpasst. Da geht die Toleranz zu weit."

Demzufolge hört die Toleranz dort auf, wo sich jemand erdreißt, nicht an den einen christlichen Gott zu glauben...

Angesichts der - u.a. vom medial omnipräsenten Prof. DDr. Heinz Mayer konstatierten - Verfassungswidrigkeit ihres Vorschlags und den mannigfaltigen Protesten sah sich Prokop bemüssigt, ihren Vorstoß kurz darauf in den "Vorarlberger Nachrichten" zurückzunehmen. Sehr vielsagend mutet auch die Reaktion des Bundeskanzlers im Anschluss an den Ministerrat auf Prokops Vorschlag an: "Wenn auf diesem Gebiet einmal Probleme aufgetreten seien, habe man das immer sehr österreichisch gelöst, meinte Schüssel, ohne konkreter zu werden."

Fazit: Eine typisch österreichische Posse.

Mit und ohne Kabel

Der Unterschied zwischen LAN und W-LAN liegt wohl darin, dass man bei einer LAN-Verbindung ein Netzwerkkabel anschließen muss. Damit dürfte ich nach 8 Wochen Rätseln mein Internet-Problem gelöst haben. *g* Angesichts der Tatsache, dass das W bei W-LAN für "kabellos" steht, erscheint das auch plausibel. Tja, oft liegen die Dingen wirklich zu einfach. Merkwürdig ist, dass ich zeitweise ohne Kabel (wohl über W-LAN) online gehen konnte. Anscheinend habe ich mich da an einer fremden Verbindung ungerechtfertigt bereichert. ;)

Dienstag, März 08, 2005

Ein bisschen Werbung

Die Initiative für Marktwirtschaft und Liberalismus bietet beginnend mit 17. März alle zwei Wochen stattfindende Kurse zur Einführung in die Ökonomieauf Basis der Österreichische Schule der Nationalökonomie an. Die leider fast vollends auf den Universitäten verdrängte Östereichische Schule versteht sich als praxeologischer Ansatz der Untersuchung wirtschaftlicher Zusammenhänge und Interdependenzen.

out of service

Aufgrund von Internet-Problemen bin ich wieder einmal zur virtuellen Untätigkeit verdammt...

Freitag, März 04, 2005

Deutschland, Deutschland...

Es wird wieder dunkel über Deutschland; wie der Anti-Diskriminierungswahn auf geradem Weg ins (totalitäre) Verderben führt.
Vergleiche ebenso diesen Artikel des derzeit wohl bekanntesten populärwissenschaftlichen Freiheitsdenkers im deutschsprachigen Raum, Roland Baader.

"Der Vertrag, das Recht zum freien Vertragsschluß, steht in unmittelbarer Verbindung zum Eigentum. Das Wesen des Privateigentums besteht im sogenannten Ausschlußrecht. Das heißt: Man kann nur dann von Eigentum sprechen - und Eigentum ist nur dann von Wert für den Einzelnen, wenn er bestimmte Andere davon in freier Entscheidung ausschließen kann. Wenn ich nicht mehr bestimmen kann, wer mit meinem Auto fahren darf und wer nicht - egal aus welchen Gründen und Motiven -, dann ist mein Eigentumsrecht am Auto schwerwiegend entwertet. Der Wesenskern der persönlichen Freiheit ist das Eigentum eines jeden Menschen. Die Zerstörung des Eigentums durch Kriminalisierung des Ausschlußrechts bedeutet zugleich Auslöschung der Person und ihrer Freiheit". (Roland Baader)

Mittwoch, März 02, 2005

Wirklich alt

Handke zu Gast in der Hofburg

Letzten Montag stattete Peter Handke Bundespräsidenten Heinz Fischer einen Besuch ab .

Je eine Anmerkung und eine Frage zum Foto:
Welche Zeitung mag wohl vor ihm liegen?
Er ist alt geworden, wirklich alt.

MilitantInne BürgerInnen

"Seit Regierungsantritt von schwarz-blau ist der Anteil an militanten BürgerInnen gestiegen. Mit 'militant' meint die Plasser/Ulram-Studie von 2002 'eine ausgeprägte Bereitschaft zu expressiven, protestorientierten Beteiligungsakten, die auch die Bereitschaft miteinschließt, im Anlassfall der Polizei Widerstand zu leisten'."

Nur eines der vielen Highlights aus dem aktuellen ÖH-Kampfblatt. Immer gut zu wissen, wie sinnvoll der ÖH-Beitrag angelegt ist.

Dienstag, März 01, 2005

WU-Premiere

Nachdem ich über John Locke, Naturrechtslehren und Vertragstheoretiker referieren durfte und drei weitere Fragen in für ein Sehr Gut ausreichender Weise zu beantworten imstande war, kann ich nun auch die Rechtsgeschichte ad acta legen. Als Belohnung gönnte ich mir einen halben Tag Lernferien und besuchte am Abend meine erste Lehrveranstaltung an der WU über "Grundlagen der Volkswirtschaftslehre". Gehalten wird diese von einem jungen Assistenten, der sich damit rühmt, de facto nicht mehr an der Uni, sondern bereits in der Privatwirtschaft tätig zu sein. Der Wesensunterschied zwischen Hauptuni und WU (Achtung, Verallgemeinerung!) lässt sich dingfest machen anhand der Interpretation der Lehrveranstaltungsform namens "Vorlesung" - an der Hauptuni als Frontalunterricht Marke Pieler konzipiert, an der WU als dynamische Interaktion zwischen Lernenden und Lehrendem gedacht.

Unfassbar...

Wann endlich kommt das allgemeine Fernsehverbot für unter 7-jährige? - Zumindest wäre das die logische Folge aus der jüngsten Entscheidung der MA 11 (die dadurch ähnlichen Kultcharakter erlangen könnten wie die Kollegen vom MA 2412).